G danken


Auch wenn draußen die Sonne scheint…
5. Juli 2010, 07:43
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… sagt mir eine Stimme, dass diese beiden Songs hier dran sind:

Somber Days (Düstere Tage)

Breath Blew right out of me
Like wind across a window legde
My old forgotten ways
Came rushing back on me
The world that held no interest
Gave way to somber days

So many somber days I felt so all alone
(In my suffering I was home)
So many somber days I was so unaware
Of almost anything but my suffering

How can our sight become so severely limited
We cannot see beyond the step we’re
About to take, the love that we did not make
The years so swiftly gone
So many somber days I felt so all alone
(In my suffering I was home)
So many somber days I was so unaware
Of almost anything but my suffering

And I felt unsure under a winter sky
And I would waste away
Coldest sun, seemed so far away
Who can heal a heart that’s made of clay?

If you’re feeling down today
If you’re dreading your next breath
Your hurt down to the bone
There is someone here with us
God is close as your next breath
He won’t leave you alone

Through your somber days when you feel all alone
(All your suffering he has known)
Through your somber days
Whem you feel like no one cares
(Touch your memory; he is there)
Through these somber days…
All these somber days
(He will walk with you all the way)
No matter how it hurts please stay here
One more day, help is on the way
They’ll be no more suffering



Eine verdammt große und doch verdammt traurige Geschichte
22. Januar 2010, 13:21
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… jeder interpretiere dies auf sein Leben …



Kein Bedarf
28. November 2009, 10:29
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Karl ist ein ganz normaler Junge im Alter von zehn Jahren. Er spielt Fussball, zerstört Lego-Bauten und setzt auf Konfrontation beim anderen Geschlecht. Sonntags geht er sogar zur Kirche – weil man das so macht. Eigentlich macht er das sogar gerne. Nur ein Satz, den dummerweise viele der Leute da immer betonen, stört ihn irgendwie: „Jesus ist für unsere Schuld gestorben.“
Nicht, dass er was gegen diesen Jesus hätte. Karl fühlt sich nur einfach nicht schuldig. Er kann mit diesem Satz einfach nichts anfangen. Und das macht ihn zu einem einsamen Gottesdienstbesucher. Denn um ihn herum reden alle mit schweren Worten davon, dass Jesus für ihre Schuld gestorben ist und dass das ja das Wichtigste ist. Und weil er das Wichtigste nicht versteht, so denkt Karl, gehört er nicht dazu. Und statt sich schuldig zu fühlen – damit auch er etwas mit diesem Jesus anfangen kann – fühlt er sich deswegen unglücklicherweise auch noch benachteiligt und ungerecht behandelt.

Dreiundzwanzig Jahre später: Karl ist endlich ein vollwertiger Teil der Gemeinde. Nach mehreren Bekehrungen kam er schließlich zu der Überzeugung, dass er als Mensch ja eine ganze Menge Schulden angehäuft hat, die ihm nur dieser Jesus wegnehmen kann. So spürt auch er nun die bittersüße Last der Schuld und kann jetzt mitreden, wenn es um diesen Jesus geht.

Eines Samstag abends ist ein besonderer Gottesdienst, bei dem Menschen aus der Gemeinde ihre Gedanken zu einem Thema von der Kanzel aus mit den anderen teilen. Das Thema an diesem Abend ist: Das Kreuz des 21. Jahrhunderts.
Nach einem Mann und einer Frau aus der Gemeinde tritt plötzlich ein Fremder hinter die Kanzel. Er sieht etwas heruntergekommen aus und redet mit klaren, lauten Worten: „Gott spricht die Menschen schuldig, auch wenn sie von ihrer Schuld nichts spüren. Und genauso hat Sein Sohn ihnen ihre Sünden am Kreuz weggenommen. Sünden, von denen sie noch gar nichts wussten. Er geht zu den Gefangenen und zerreißt ihre Ketten. Er geht zu den Ängstlichen und lässt ihnen eine neue Sonne aufgehen. Er schenkt den Verzweifelten eine Freiheit, von der sie noch gar nicht wussten, dass sie existiert und ihnen fehlt.“

Und in diesem Moment ist es, als würden die Kirchenfenster unter dem Druck des Windes, der von draußen dagegen bläst, bersten. Doch die Last der Schwermut hält von innen dagegen und nichts geschieht. Die Worte verhallen im Raum und in der folgenden Stille merkt man, dass eine Welle der Unmut anschwillt und auf die Kanzel zuläuft. Ein älterer Mann bemerkt geistesgegenwärtig die zynischen Blicke und geht leichten Schritts zu dem Mann hinter der Kanzel. Mit gönnerhafter Miene flüstert er ihm zu: „Verehrter Herr; in dieser Kirche sitzen eine ganze Menge Menschen, die Schweres erlebt und durchlitten haben. Dass wir uns trotz allem hier so versammeln können ist keine Selbstverständlichkeit. Wissen Sie, was uns der Zusammenhalt dieser Gemeinschaft von gefallenen Menschen kostet?“
Das darauf folgende Schweigen interpretiert der Fragende als Einladung, fortzufahren: „Dann wissen Sie sicher auch, was wir hier ganz und gar nicht gebrauchen können…“

„Ja, ich weiß es.“ gibt der Fremde nach einer kurzen Pause zurück und Tränen treten in seine Augen. Er geht zur Wand hinter dem Altar, hebt seine Arme – wobei Wundmale an seinen Händen hervortreten, nimmt das hölzerne Kreuz herunter und verlässt mit diesem die Kirche.



Video von Nick
30. Oktober 2009, 09:57
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Hier das Video von Nick Vujicic, das ich in einem anderen Post schon mal verlinkt hatte:



Wo es kriselt
13. Oktober 2009, 16:20
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Jede Zeit hat ihre Krisen. Früher gab es Kriege, Seuchen, Hungersnöte. Und heute? In Deutschland? Wirtschaftskrise? Mein Geldbeutel ist noch voll…

Wenn ich Berichte über das Leben vor z. B. 100 Jahren lese, wundert mich eines fast am meisten: die Selbstverständlichkeit mit der die Menschen ihren Alltag leben. Da ist einer sein ganzes Leben lang Milchbauer und stellt es nicht in Frage. Es erfüllt ihn! Ein moderner Kritiker würde ihm sicherlich eine unterbewusste Unzufriedenheit anhängen, doch dem würde ich nicht glauben: zu viele Zeugenaussagen sprechen dagegen.
Heute ist das Leben anders. Eine Arbeit ist nicht mehr die Hauptbeschäftigung der Deutschen zur Sicherung ihres physischen Überlebens.
Guido Westerwelle würde beispielsweise auch für wenig Geld arbeiten, denn „Arbeit ist auch immer ein Stück Selbstverwirklichung“. Wie der nicht gerade medienscheue zukünftige Außenminister das einem Rückspiegelmonteur bei Opel beibringen will, ist eine andere Geschichte. In jedem Fall bringt es das Thema auf den Punkt: Man ist, was man tut. Nein, genauer: Man ist so wichtig, wie das, was man tut von Bedeutung ist.
Damit kann man der modernen Krise einen Namen geben: Identitätskrise. Wie viele Deutsche sind von ihrem Beruf (oder ihrer „hauptamtlichen“ Tätigkeit) erfüllt (Ausgenommen konservative Großfamilienmütter und die aktuellen Sieger von DSDS)?
Wer sehnt sich nicht nach einer höheren Position? Nach mehr Menschen, die das Geleistete begutachten können? Oder überhaupt nach einem winzigen Strahl Rampenlicht. Vielleicht ein Internet-Forum, ein Blog oder wenigstens eine Kleinigkeit bei Twitter gezwitschert? Die Anforderungen, die das Umfeld und die Medien (insbesondere an die Jüngeren) stellen, um einem nebulösen Ideal zu entsprechen, das keiner so richtig kennt und doch jeder vorurteilsfrei anbetet, werden zunehmend zwingender.
Denn: Jede Krise äußert sich in Verletzungen. Bei einem Krieg ist das offensichtlich. Und auch, wenn es um die Identität geht, bleiben die Auswirkungen auf uns nicht unsichtbar. Stichwort: Depression. Ich bin da absolut kein Fachmann, aber ich würde wetten, dass der Psychopharmaka-Vertrieb derzeit keine Krise kennt.
Auch außerhalb dieses „Krankheitsbildes“ hört man oft davon, wie Menschen ganz allgemein vom Umgang anderer mit ihrer Arbeit enttäuscht sind. Im Job, in der Familie, in der Kirche …
Die eigene Identität ist so stark an die Resonanz auf das Geleistete gebunden, dass bei Kritik eine ganze Menge hilfloser Hoffnungen einfach so weggeblasen werden.
2009_10_identitaet

Doch genau bei dieser Enttäuschung fängt die Krisenbewältigung an: Sie macht schließlich deutlich, worum es uns eigentlich geht. Wir wollen Anerkennung und Wertschätzung. Wir wollen, dass uns irgendeine Person von außen bestätigt, wer wird sind. Denn das können wir uns nicht selbst bestätigen – genauso wenig, wie ein Auto an sich selbst seine Geschwindigkeit messen kann.
Wer die Verletzung wahrnimmt und nicht durch Überanstrengung kompensiert oder durch Verbitterung zur Seite stellt, wird merken, dass das eigentliche Problem nicht in der Missachtung unserer Stelle oder Arbeit liegt, sondern in der Missachtung unserer Person, die wir daraus ableiten.

Ich glaube nicht, dass wir heutzutage zu viele Erwartungen hinsichtlich unserer Identität haben – sondern nur, dass wir diese Erwartungen oft falsch adressieren.
Nicht weniger zu wollen ist das Ziel – sondern das zu erkennen, was wir wirklich wollen!

Denn mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr.
Jeremia 29,11



Der leere Nagel
19. September 2009, 11:06
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Kein Mensch wird mit Bedeutung in diese Welt gesetzt. So, als stünde da ein Thron oder eine Berufung, die auf ihn warte wie der Eierbecher aufs Ei. Das zumindest glaubt man und Jan war einer der Menschen, die diesen Glauben mit ihrem ganzen Dasein bestätigen. Nicht wenige von uns versuchen, diesen „Geburtsfehler“ durch allerlei Betriebsamkeit wettzumachen – Jan wäre der letzte, dem das einfiele. Er begnügte sich vollkommen mit der Tatsache, zu existieren. Hätte man ihn gefragt, was er denn in seinem jungen Leben noch so alles werden möchte, so hätte er geantwortet: „Nichts. Ich bin doch schon.“

Jeden Sonntag ging er in die Kirche und hätte er dies plötzlich gelassen, so hätte unter Umständen nur die Fraktion, die sich für die Anwesenheitskontrolle der „armen Seelen“ zuständig fühlt, seine Abwesenheit bemerkt. Jan war nicht talentfrei – er malte wie ein kleiner Michelangelo. Doch weil die bunte Seite der Leinwand oder des Schulhefts meist nur seinem Gesicht zugewandt war, konnte das keiner wirklich bemerken.
2009_09_nagelEines Sonntag morgens, als er gerade geräuschlos durch den langen, weißen Flur des Kirchengebäudes streifte, erfasste sein Auge einen einzelnen leeren Nagel an der Wand. Und im selben Augenblick war es ihm, als würde ein Engel des Allmächtigen ihm zuflüstern: „Mal’ Ihm ein Bild.“

Jan brauchte den restlichen Tag, um dieses Erlebnis zu verdauen. Am Abend schließlich kappte er seine verknoteten Gedankenranken, holte eine kleine weiße Leinwand und machte sich ans Farbenmischen. Es dauerte nicht lange und das Bild war fertig. Er blickte es sich noch einmal an und legte sich dann zufrieden schlafen.

Eine Woche später war er unter den ersten, die die Kirche betraten und er passte einen günstigen Augenblick ab, um das Bild unbemerkt an den leeren Nagel zu hängen. Es dauerte ein bisschen, doch schon bald versammelten sich ein paar Kirchenbesucher vor dem Kunstwerk und betrachteten es wortlos. Als Jan das sah, freute er sich und malte von da an jede Woche ein neues. Und jedes Mal standen ein paar mehr Menschen vor seinem Bild, um es fassungslos zu betrachten. Denn seine Bilder hatten eine Aussagekraft, so dass man meinen konnte, dass dort, wo sie hingen, jemand ein quadratisches Loch in die steinernen Mauern der Kirche gebrochen hätte. Ein Lichtloch in einer dunklen Gefängniszelle. Ein Bullauge, das der wankenden Gemeinde im Meer der Zeit einen Blick auf ihr Ziel – die Herrlichkeit Gottes – ermöglicht.
Manch einer ging seit dreißig Jahren in diese Kirche, doch als er vor einem dieser Bilder inne hielt und Gott dafür dankte, erlebte er in dieser ganzen Zeit seinen ersten Gottesdienst.

Doch weil der Himmel nicht auf der Erde ist – auch nicht in der Kirche – kam es, dass sich eine Frau mit Namen Mira an den Bildern ärgerte. Mira hatte ein gutes Herz. Dass sie jedoch ein nur mittelmäßiges Talent bei unbeschränkter Leidenschaft für die Malerei besaß, hatte sie sich (und den anderen Zuständigkeiten hierfür) niemals vergeben. So verzehrte sie sich fast vor Neid, wenn sie auf die begnadeten Kunstwerke blickte. Natürlich hatte sie längst herausgefunden, wer jeden Sonntag die Bilder wechselte. Also wartete sie auf einen Augenblick, in dem derjenige anwesend war und sie endlich ihrem Leiden Genugtuung verschaffen konnte.
Es war kurz nach dem Gottesdienst, als sich ein paar Leute mit etwas Abstand zur Wand halbkreisförmig um das Kunstwerk stellten. Mira ging schnellen Schritts dazwischen hindurch in Richtung Toiletten. Doch kurz vor dem Bild stolperte sie, riss es herunter und fiel so darauf, dass ihr Knie die Leinwand zerriss. Ihre Glieder schmerzten und ihre Hand hatte sich an dem rauen Putz aufgeschürft, doch in diesem Moment war es ihr willkommen. Die normalerweise ernsthaft barmherzige Frau spielte sofort den bekümmerten Schuldigen. Doch als Jan ihren Blick erfasste, sah er, wie der Teufel Funken aus diesen Augen sprühen ließ. Er ließ sich nichts anmerken – ging aber bald darauf nach Hause.

Dort angekommen überkamen ihn Gefühle, die er noch niemals bewusst erlebt hatte. So legte er sich ins Bett und fiel in einen unruhigen Schlaf. Er träumte davon, alleine auf einer großen hellen Bühne zu stehen. Der Vorhang öffnete sich. Im Publikum saßen lauter Menschen, die ihn beschimpften und sogar Unrat nach ihm warfen. Ganz vorne saß Mira, die seine Bilder bei sich hatte und eines nach dem anderen mit einem scharfen Messer zerschnitt. Neben der Bühne und dahinter hörte er aus dem Dunkeln eine Stimme sprechen: „Komm hierher, weg von diesen Tieren. Hier ist es sicher.“ Und mit den Beschmähungen aus dem Publikum wurden auch die Stimmen aus dem Hintergrund lauter und dringlicher.
Dann wurde es plötzlich schwarz und ganz still und er sah nur noch die dunkel flackernden Umrisse eines gebückten Menschen fernab von allen anderen und hörte, dass dessen schweres Herz im Takt der Dunkelheit pulsierte. Hatte er den Stimmen gehorcht?
Jan wachte auf und noch immer hörte er sein Herz schlagen.
Der Traum war noch vor seinen Augen und langsam begriff er dessen Sinn: Dass nämlich ein Mensch nicht kein Selbstbewusstsein besitzen kann, was er bis dahin angenommen hatte – sondern nur ein gesundes oder ein verletztes. Und dass es in seiner Verantwortung lag, dem verletzten Selbst zu gehorchen oder der Stimme eines anderen.

Er stand auf und kochte sich einen Kaffee. Dann holte er die Ölfarben hervor und malte auch an diesem Sonntag wieder ein neues Kunstwerk für Ihn und ebenso an den darauf folgenden. Und mit jedem neuen Bild hängte er ein wenig von seinem verletzten Selbst mit an den leeren Nagel.




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