G danken


Bird by Bird: Schicksal
31. Dezember 2009, 09:36
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Da ich das Buch im Moment verliehen habe, nur ein Satz daraus aus dem Gedächtnis zum Neuen Jahr:

Es ist hilfreich, wenn sie als Herrscher über ihr Schicksal abdanken.



Bird by bird: Hoffnung und Leuchttürme
23. Dezember 2009, 10:49
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Ich mag es, wenn sie Hoffnung haben – wenn ein Erzähler oder ein Freund sich zu früh als ohne Hoffnung erweist, verliere ich das Interesse. So etwas depremiert mich. Es verursacht bei mir Fressanfälle. Eine Ausnahme sind hoffnungslose Personen, die darüber Witze reißen, aber schließlich drückt Galgenhumor in Wahrheit ja auch eine Art Hoffnung aus. Romane sollten Hoffnung haben – es gibt ganz allgemein überhaupt keinen Grund, Romane zu schreiben, die keine Hoffnung vermitteln. Wir wissen alle, dass wir sterben werden; die Frage ist nur, was für Menschen wir im Angesicht dieser Tatsache sind.

Sie brauchen nicht einmal zu wissen, wie oder durch was es geschieht, aber wenn Sie die klarsten, wahrhaftigsten Worte, die Sie finden können, schreiben und alles geben, um zu verstehen und es zu vermitteln, dann wird es auf dem Papier erstrahlen wie ein kleiner Leuchtturm. Leuchttürme rennen nicht überall auf der Insel herum und suchen nach Booten, die sie retten können; sie stehen nur da und senden ihr Licht aus.



Bird by Bird: Verstand
18. Dezember 2009, 18:52
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Sie erhalten Ihre Intuition zurück, wenn Sie Platz dafür machen – wenn Sie Ihren Verstand zum Schweigen bringen. Die Ratio kann Sie hier nicht weiter bringen. Sie glauben zwar, dass es der Verstand ist, der die Wahrheiten erkennt und formuliert, weil der Verstand das goldene Kalb ist, das unsere Kultur verehrt, aber das ist ein Irrglaube. Die Ratio trocknet vieles aus, das üppig, saftig und faszinierend ist.

Die meisten Dinge sind nicht so, nicht so rein und schlicht; sie zeigen sich nicht so betont. Aber Aufmerksamkeit wird belohnt. Sich in etwas zu vertiefen, das nicht unmittelbar mit uns zu tun hat, ist ein starkes Gegenmittel bei zu mächtigem rationalen Verstand, der so oft seinen Kopf geradewegs in seinem eigenen Hintern stecken hat – und der sich so gerne mit sich selbst beschäftigt und in seinem engstirnigen und seinem dunklen Narzissmus eine kolo-rektale Theologie vertritt, die niemandem Hoffnung gibt.



Bird by Bird: Geben
7. Dezember 2009, 14:58
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Hast Du schon mal drüber nachgedacht, zu Schreiben? Vielleicht als Kind eine Kurzgeschichte. Oder als Erwachsener über deine Kindheit. Ein Buch. Ein Gedicht. Einen Brief. Irgendwas?!

Gerade habe ich ein Buch durch, das ich einfach nur weiterempfehlen muss und daher das ein oder andere daraus hier zitieren werde.

Bird by Bird. Wort für Wort von Anne Lamott.

(Leider ist es nur noch gebraucht in deutsch zu bekommen und nicht gerade günstig.)

Hier der erste Ausschnitt:

Sie werden geben, geben und nochmals geben müssen, andernfalls brauchen Sie gar nicht erst zu schreiben. …
Hier ist die schönste Geschichte zum Thema Geben, die ich kenne; sie wurde mir von Jack Kornfield vom Spirit Rock Mediation Center in Woodacre erzählt. Ein Achtjähriger hörte, dass seine jüngere Schwester, die Laukämie hatte, sterben würde, wenn sie keine Bluttransfusion bekäme. Seine Eltern erklärten ihm, dass sein Blut sich vermutlich mit ihrem vertragen würde und dass er daher als Spender geeignet wäre. Sie fragten ihn, ob sie sein Blut untersuchen dürften. Er willigte ein, und es zeigte sich, dass es funktionieren könnte. Nun fragten sie ihn, ob er seiner Schwester einen halben Liter Blut abgeben würde, weil das vielleicht ihre letzte Chance war. Der Junge sagte, er würde die Entscheidung überschlafen.
Am nächsten Tag ging er zu seinen Eltern und sagte, er sei bereit zu spenden. Sie brachten ihn ins Krankenhaus, wo er neben seine Schwester auf eine Bahre gelegt wurde. Man zapfte ihm Blut ab und hängte den Behälter an den Tropf seiner Schwester. Der Junge lag schweigend auf der Bahre, während das Blut in seine Schwester sickerte, bis der Arzt kam und nach ihm sah. Da öffnete der Junge die Augen und sagte, “Wie bald werde ich anfangen zu sterben?”




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